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"Zeit schenken"

Man kann nicht nur Geld verschenken, man kann auch Zeit verschenken. Aber wer hat heute noch Zeit, um sie anderen Menschen zu schenken ? Zeit ist zu unserem wertvollsten Gut geworden.
Haben Sie Zeit, die Sie einem Menschen schenken möchten, der dieses Geschenk zu schätzen weiß ?
In unserem Verein gibt es eine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter die, je nach ihrer Begabung und ihren Interessen, Zeit mit Menschen mit Behinderung verbringen. Wenn Sie gerne mitarbeiten möchten, geben Sie uns eine kurze Nachricht. Wir nehmen dann mit Ihnen Kontakt auf und überlegen gemeinsam, welche Aufgabe in unserem Verein Ihren Interessen, Wünschen und Möglichkeiten entspricht. Wir sind davon überzeugt, daß es für jeden, der Zeit verschenken will, eine sinnvolle Tätigkeit im VKM gibt. 

Ehrenamtliche Tätigkeit

Viele meiner Freundinnen und Freunde, ob jung oder alt, haben eine besondere Begabung, neben ihren vom Pflicht erfüllten täglichen Leben. Die oder der spielt Gitarre, kann gut singen, kann Geschichten erzählen, ist gut am Computer, ist sportlich und tänzerisch talentiert, kann gut kochen, ist handwerklich begabt, ist ein positiver, fröhlicher Mensch, kann malen oder modellieren. - Ich könnte noch viele Begabungen aufzählen.
 
All diese Talente sollten nicht im Stillen schlummern. Sie sollten der Welt zurückgeschenkt werden, so viel und gut wie jeder von uns kann.
 
So haben Frau Brigitte Kuiper und ich das Glück durch einen persönlichen Kontakt zum Karl-Heinz-Heemann Haus in Verlautenheide regelmäßig Mal- und Modellierstunden anzubieten. Wir arbeiten in kleinen Gruppen von 6 - 8 Mann/Frau. Wir werden von den Betreuern unterstützt und sind von der Leitung des Hauses gut in die Atmosphäre des Hauses eingeführt worden. So hat man uns die anfängliche Vorsicht und Angst vor unserer Aufgabe genommen. Frau Kuiper und ich fühlen uns vom Haus und den beteiligten "Künstlern" angenommen. Dies gibt uns immer wieder Freude und Lust unsere Tätigkeit fortzuführen. Als Dank empfinden wir immer wieder, dass die Beteiligten ihre Bilder und Plastiken mit auf ihre Zimmer nehmen und sogar an ihre Eltern und Paten verschenken. Wir freuen uns darüber, diese "schlummernden Talente" zu entdecken und können nur jedem wünschen ehrenamtlich tätig zu werden.
 
Brigitte Kuiper und Karl Schoenen

"Kochst du gern?"

Dann habe ich ein wirklich einmaliges Rezept für dich. Eine schmackhafte Suppe! "Stellt einen großen Topf mit Wasser auf den Herd, leg einen Hammer hinein, gib etwas Salz dazu. Dann Erbsen, Kartoffeln und ein paar Möhren. Zum Würzen brauchst Du ... "
 
Das ist ein Stück einer tollen Geschichte. Jürgen Wulff hat sie geschrieben, sie heißt: "Der pfiffige Jakob".
 
Dienstags, die KiTa, drei Gruppen, lebendige gespannte Kinder - je nach Laune. Ich lese und erzähle Geschichten. Dabei nutzen wir alle Möglichkeiten, die sie uns bieten. Und Geschichten bieten für jeden etwas: das Zuhören, das Nacherzählen, das Mitdenken. Und sie haben Bilder; da gibt es viel zu sehen und zu benennen. Und damit es auch etwas zum Anfassen und Liebhaben gibt, bringe ich ein Stofftier mit - wenn es passt und ich eins finde.
 
Dienstags, die KiTa, drei Gruppen, neugierige, mich fordernde Kinder. Wir sind in eine Beziehung getreten, die Kinder und ich. Das macht mich froh. Und was ist mit dem Hammer? "Ach ja, der Hammer", murmelte Jakob, "der ist ja noch so gut, da kann man noch eine Suppe draus kochen".
 
Reiner Schlösser

Ein Freund !

Anfang der achtziger Jahre sprach mich ein Freund in der Schule an, ob ich bereit wäre, mit zu einer "Ferienmaßnahme" zu fahren. Das Wort Maßnahme im Zusammenhang mit Ferien war mir völlig fremd. Beim näheren Zuhören stellte sich dann heraus, dass es sich um eine Gruppenfahrt von Kindern und Jugendlichen handelt, die gemeinsam 3 Wochen Ferien verbringen.
 
Das Besondere an der Gruppe war, dass die Mehrzahl, d.h. möglichst genau 2/3, körperlich schwerbehindert und die verbleibende Minderzahl ältere Jugendliche und junge Erwachsene waren. An zwei sommerlichen Abenden wurde dann in lockerer Runde besprochen, wie so etwas aussehen könnte. Ich war durchaus daran interessiert. Als damals Anfang Zwanzigjähriger konnte ich mich noch gut daran erinnern, wie ich (unsinnigerweise), wie die meisten Kinder meines Jahrgangs, vor Jahren die "Mandeln" herausgenommen bekam. Dies geschah in Aachen oft im sogenannten "Vinzenz Heim". Dort lernte ich damals ein anderes Kind kennen, das sich rührend um mich kümmerte, da ich so meine Probleme mit dem Heim und "Anstaltsbetrieb" hatte. Ich war immer neugierig, wie es den Kindern, die in einem solchem "Heim" leben und aufwachsen geht. Das war in der Woche, als Kennedy erschossen wurde (Mitte der 60iger).
 
Umso überraschter war ich knapp 20 Jahre später, dass unsere Reisegruppe aus teils schwerstbehinderten Teilnehmern bestand, die meist zu Hause lebten. Damit war mir schlagartig klar, dass dies nur mit großem Aufwand und viel Unterstützung geschehen kann.
 
Die Reisen waren finanziell und technisch gut ausgestattet, weit besser als sich dies durchschnittliche Jugendliche in unserem damaligen Alter sonst leisten konnten. Ich entschloss mich für die Ferien in De Haan. Damals war das Haus dort relativ neu angeschafft und es ging zumindest im Kochbereich recht "rustikal" zu. Die Unternehmungen machten uns großen Spaß. Wir kochten gerne wechselseitig füreinander. Die Abende waren lang und endeten nicht selten mit dem großen Teil der Gruppe im "King-Dance". Von dieser Disco ging es dann oft über den langen Weg der Strandpromenade und Nebenstraßen zurück ins Haus. Beeindruckend war für  mich, dass "der Verein" sogar den Aufwand nicht scheute, für alle Teilnehmer einen "Rundflug" vom Flugplatz Oostende an der Küstenlinie entlang zu organisieren. Hierbei musste jeweils ein Betreuer zusammen mit einem Teilnehmer in einer einmotorigen "Cesna" Platz nehmen. Die meisten machten mit. Einigen wurde schlecht. Jedoch war auch diese Aktion mit großem Gaudi verbunden. Wir fühlten uns in der Gruppe sehr wohl. Erstaunlich war dann eher, dass auf unseren "Tagesausflügen" die sonstigen Urlauber uns immer als etwas Besonderes betrachteten. Das Kennenlernen in der Gruppe funktionierte so gut, dass wir als Freunde wieder nach Hause fuhren. Einige Freundschaften, viele Bekanntschaften bestehen noch fort. MIr hat es immer so gut gefallen, dass ich dies noch zweimal wiederholt habe. 
 
Die ganze Aktion hat im Rückblick die Erfahrung mitgebracht, dass man Freunde fürs Leben gewinnen kann. Man trifft sich wieder.
 
Michael Kirsch
 
 

Impressum


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